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Filme wie "Fellinis Roma", "Alien" oder "Apocalypse Now" auf einem 35cm Fernseher oder 17" Computerbildschirm anzuschauen ist als ob man Beethovens 7. Symphonie mit einem Radiowecker anhört. Für echtes Kinofeeling kommt man um einen Projektor nicht herum.
Dummerweise sind diese schmerzhaft teuer, die gebrauchten, älteren dagegen richtig laut. Mein Infocus LP420 (zugespielt wird übrigends von einem PC über 15pol SUB-D, progressive scan, schlägt jeden Standalone-DVD-Player um längen) hat doch rein akustisch den Charme eines Föns...
Den Ton dementsprechend laut zu stellen hilft etwas, besonders bei lauten Szenen, kann aber auch die Laune der Nachbarn ungünstig beeinflussen.
Eine Schalldämmbox, auch Hushbox genannt ist eine elegante Lösung. Die hier vorgestellte Lösung sollte sich auch mit geringen Modifikationen für den weit verbreiteten Infocus X1 verwenden lassen. Gesehen hatte ich sowas schon für Nadeldrucker , mit beeindruckender Wirkung. Die erforderliche Kühlungsluft wird durch lange, mit dämmenden Material ausgekleidete, Kanäle geführt, hier wird der Luftschall geschluckt. Die Box ist innen ebenfalls mit Noppenschaum ausgekleidet. Der projezierte Lichtstrahl durchtritt eine Plexiglasscheibe, wobei ein spezielles Glas wie im Kino sicher günstiger wäre. Aufgrund der erheblichen Größe ist das ganze als auf dem Fußboden stehender Couchtisch ausgeführt.
Höhe 46cm, Länge 60cm, Breite 50cm. Höhe Zuluftkanal 14cm. Abluftkanal 15x15.5cm (netto nur 7x15, aufgrund der dämmung).
Material ist vollständig 8mm Spanplatte, größtenteils gleich im Baumarkt zugeschnitten.
Man brauch eigentlich nur Stichsäge und Akkuschrauber.
foto1a Sicht von oben, ohne Deckel. Links ist der Luftzufuhrkanal sichtbar. Die roten Pfeile kennzeichnen die Richtung des Luftstroms
Projektor und Hilfslüfter müssen Körperschallentkoppelt sein. Ich habe dafür Gummidämpfer aus dem Modellsport verwendet. (Conrad Elektronik) Der Hilfslüfter bekommt seine Spannung über einen einstellbaren Spannungsregler (LM317), er wird auf eine Drehzahl eingestellt, die immer ein Kompromiss zwischen Lautstärke und Kühlleistung ist.
foto1a Sicht von oben, ohne Deckel. Der Hilfslüfter ist direkt unter dem Abluftaustritt des Projektors angeordnet. Der Lüfter saugt logischerweise die heisse Abluft ab, so das im Box-Volumen gar keine heisse Luft vorhanden ist, welche vom Projektor erneut angesaugt werden könnte, bzw. einen Hitzestau begünstigen könnte.
Befestigung des Projektors
Um ein Ausrichten des Projektors zu ermöglichen, sollte man einstellmöglichkeiten vorsehen.
Der LP420 hat 3x M4 Gewinde in seinem Boden eingelassen. Vorne 1x, hinten 2x.
In diese sind 3 Dämpfer eingeschraubt. Die vordere Aufhängung ist fest in der Hushbox angeordnet, wobei das Gewindestück des Dämpfers nur in das Loch eines Winkels eingesteckt wird, jedoch nicht verschraubt.
foto1a Vordere Aufhängung, Dämpfer, leider etwas verzogen, muss ich noch optimieren
Die hinteren beide Dämpfer sind in eine quer verlaufende Aluschiene ebenfalls nur eingesteckt. Der Projektor kann so einfach entnommen werden. Im Gehäuse befinden sich zwei Gewindestangen, welche wiederrum durch die Aluschiene laufen (ganz Außen, neben dem Projektor), die Aluschiene liegt auf jeweils einer Mutter auf, so kann Winkel und Lage des Projektors fein eingestellt werden. Das Loch für die Plexiglasscheibe sägt man zuletzt, nach dem man den Projektor schon mal Probelaufen hatte, dann kann man auch von innen anzeichnen wie groß die Öffnung fürs Bild sein muss !
foto1a Aluschiene und Gewindestange (hier als Stockschraube), die Mutter liegt unter der Aluschiene
foto1a Sicht von hinten, oben Lufteinlass, unten Abluftauslass, gut sichtbar der Noppenschaum zur Luftschalldämpfung
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